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„Ich bin doch keine schlechte Mutter/Vater!“

  • iwuestenhaus
  • 25. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn der Alltag alte Wunden weckt und wir uns für unsere Reaktionen schämen.

Ein Blogartikel von Ines Klein

Wir kennen sie alle: Diese Momente im Familienalltag, in denen wir uns am liebsten in Luft auflösen würden. Das Kind trotzt, der Teenager rollt mit den Augen, und plötzlich explodiert in uns eine Wut, eine Hilflosigkeit oder eine Kälte, die wir selbst nicht verstehen. Danach kommt die Scham: „Warum reagiere ich so übertrieben? Ich bin doch keine schlechte Mutter/Vater!“

Besonders für Eltern, die selbst eine schwierige oder gar traumatische Kindheit erlebt haben, sind diese Momente oft eine qualvolle Wiederholung alter Muster. Und genau hier setzt meine Arbeit an.

Die Falle im Alltag: Wenn das Jetzt das Damals triggert

Stell dir vor:

  • Dein Kind weint untröstlich – vielleicht weil der Keks zerbrochen ist. In dir steigt Panik auf, du musst sofort etwas tun, um das Weinen zu stoppen. Du gibst nach, obwohl du es nicht willst, oder wirst ungewollt laut. Später schämst du dich für deine Ungeduld.

  • Dein Teenager ignoriert deine Bitte oder sagt einen frechen Spruch. Plötzlich fühlst du eine immense Wut, einen Kontrollverlust. Es fühlt sich an, als würde dir jemand Respekt verweigern, wie damals, als deine eigenen Grenzen immer wieder missachtet wurden. Du merkst, wie du überreagierst, bestrafst vielleicht härter, als du wolltest.

  • Dein Kind klammert und lässt dich nicht allein. Du spürst eine innere Enge, möchtest am liebsten fliehen. Dir kommt der Gedanke: „Ich bin doch kein Baby mehr, ich brauche auch meinen Raum!“ Es erinnert dich vielleicht an Zeiten, in denen du keine Autonomie hattest, immer für andere da sein musstest.

In diesen Situationen reagiert nicht dein erwachsenes, überlegtes Ich. Es ist ein alter, verletzter Anteil in dir, der getriggert wird. Dein Nervensystem schaltet in den Überlebensmodus: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Und das Kind ist oft nur der unschuldige Auslöser für eine alte Wunde.

Die Last der Scham

Die Scham danach ist oft schlimmer als der Moment selbst. Wir verurteilen uns, wollen am liebsten alles ungeschehen machen. Wir sehen uns selbst als „giftig“ oder „unfähig“. Doch diese Scham ist ein wichtiger erster Schritt, denn sie zeigt: Du möchtest es anders machen! Du bist dir bewusst, dass deine Reaktion nicht angemessen war. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.

Warum traumasensibles Coaching hier hilft

Als traumasensibler Coach weiß ich, dass diese Reaktionen keine böse Absicht sind. Es sind Schutzmechanismen, die dein System einmal entwickelt hat, um dich zu schützen. Sie funktionieren heute nur leider im Familienalltag nicht mehr, sondern belasten die Beziehung.

In meiner Begleitung schaffen wir einen sicheren Raum, um:

  1. Die Trigger zu erkennen: Was genau löst diese extremen Reaktionen aus? Welche alten Geschichten schwingen mit?

  2. Das Nervensystem zu beruhigen: Ich gebe dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du aus dem Überlebensmodus herausfindest, bevor du explodierst oder abschaltet.

  3. Neue Wege zu etablieren: Wir entwickeln gemeinsam Strategien, wie du bewusst und liebevoll auf dein Kind reagierst – auch wenn das innere Kind in dir schreien möchte.

Du bist nicht allein auf diesem Weg. Es ist ein mutiger Schritt, sich der eigenen Geschichte zu stellen, um die Zukunft deiner Kinder positiv zu gestalten. Deine Kinder brauchen dich nicht perfekt, sondern authentisch und bereit, an dir zu wachsen.

Lass uns gemeinsam diese Last ablegen und einen Weg finden, wie du aus dem Überlebensmodus in eine tiefe, wertschätzende Verbindung zu deinen Kindern – und zu dir selbst – findest.


 
 
 

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„Wichtiger Hinweis: Mein Coaching-Angebot dient der Prävention und Selbsterfahrung. Es stellt keine Heilbehandlung dar und ist kein Ersatz für eine psychotherapeutische oder medizinische Behandlung.“

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